Mit dem Vier-Säulen-Prinzip

Im Swiss MTB Pro Team hat Luca Schätti eine neue Heimat gefunden, die eigentlich seine alte ist. Geführt wird die Nachwuchsequipe nämlich von derselben Crew, welche den Horgner bereits in den vergangenen beiden Saisons betreut hat.

Anfang Juni war bekannt geworden, dass sich der Radhersteller Wheeler per Ende Jahr als Ausrüster des gleichnamigen Teams zurückziehen wird. Das bescherte Luca Schätti einen unruhigen Sommer. Die Suche nach einem neuen Team gestaltete sich schwierig. Es waren mehr Fahrer auf dem Markt, als es Plätze in Mannschaften hatte. «Es war schon eine rechte Belastung. In den Rennen konnte ich das Ganze aber gut ausblenden. Dort wollte ich mich von meiner besten Seite zeigen», blickt der 18-Jährige, der im dritten und letzten Lehrjahr als Velomechaniker steht, zurück. Mit den Leistungen in seinem letzten U-19-Jahr zeigt sich der Horgner recht zufrieden. Die Gesamtwertung des Swiss Cups gewann er, an den Schweizer MTBMeisterschaften wurde er Dritter. Nur mit seinem Abschneiden an der Heim-WM in Lenzerheide hadert Schätti. «Ich erlitt gleich zweimal einen Platten.» Unter diesen Umständen schlug er sich mit Platz 19 achtbar.

Athleten absichern

Nach den Weltmeisterschaften zeigte sich bei der Teamsuche ein Licht am Horizont. Spruchreif wurde die Sache aber erst Ende letzter Woche. Das bisherige Teammanagement um Cornelia und Manfred Kupferschmied wollte weitermachen. Man wollte für die verbleibenden Athleten Joris Ryf, Ramona Kupferschmied und Luca Schätti eine gute Lösung zu finden. «Uns liegen die drei am Herzen», erklären Kupferschmieds. Dafür wollten sie neue Wege gehen. Mit ihrem Marketing- und Kommunikationsunternehmen Play up! Sports Management GmbH entwickelten sie das neue Mehrsäulenkonzept «Evolution For»: Partner/Sponsoren Bike Branche, persönliche Sponsoren, Teamsponsoren und Factory. Der Bikehersteller ist dabei immer noch eine wichtige Säule. Bricht diese jedoch weg, tragen die anderen Säulen das Dach des Gebäudes weiter. Eine ganz besonders wichtige und tragende Funktion kommt der Säule der persönlichen Sponsoren zu. Das langfristige Ziel Kupferschmieds ist es, den Athleten eine gesicherte wirtschaftliche Lösung zu bieten – als eine wichtige Grundlage für deren sportlichen Erfolg.

Massgeschneidertes Bike

Der neue Ausrüster des Teams ist die Stoll Bikes AG. Sie wurde im Januar 2016 vom ehemaligen Schweizer Marathon-Topathleten Thomas Stoll gegründet und produziert unter dem Slogan «Auf dem Trail geboren, aus Passion hergestellt» massgeschneiderte Bikes. Vor zehn Tagen wurden die Athleten ausgemessen, damit die Rahmen auf sie angepasst werden können. «Wir hatten bisher gutes Material. Das ist aber noch ein Level höher», frohlockt Velomechlehrling Schätti, der seine Saison mit dem Radquer-Weltcup in Bern beendet. Im Winter plant Luca Schätti drei weitere Quer-Starts – im alten Jahr in der EKZ-Crosstour in Hittnau und Eschenbach sowie im Januar an der Schweizer Meisterschaft in Sion. Weihnachten/Neujahr verbringt der 18-Jährige zusammen mit Gian Schmid und Jan Sommer zum dritten Mal in einem Trainingslager in Spanien. Die neue Saison bringt für ihn mit dem Aufstieg in die U-23-Kategorie auch eine neue sportliche Herausforderung. Er hofft, von den Erfahrungen seines drei Jahre älteren Teamkollegen Joris Ryf profitieren zu können. «Er hat es im Weltcup immerhin schon in die Top 10 geschafft.» Schättis Ziele sind bescheidener. In der Heimat wird er die Swiss Bike Cups bestreiten und erstmals Weltcupluft schnuppern – allerdings nur im grenznahen Ausland. «Der Aufwand für weitere Reisen ist für mich als Neuling schlicht zu gross.»
David Bruderer

Quelle: Zürichsee-Zeitung (www.zsz.ch)

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